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Gott braucht eine Adresse.

Die Jesuitenkirche St. Michael in der Neuhauser Straße mitten in der Fußgängerzone von München soll eine gute Adresse sein. Durch Musik, Liturgie und nicht zuletzt als Raum der Stille kann unsere Kirche den Menschen eine Heimat, eine Oase oder ein Rastplatz auf ihrem Lebens- und Pilgerweg sein.

St. Michael wurde in ihrer Gründerzeit vor ca. 450 Jahren das deutsche Rom in München genannt. Die Kirche wurde als Kollegskirche des damaligen Jesuitenkollegs gegründet und ist bis heute eine der Citykirchen.


Alltag als Ort der Gottesbegegnung

Eine echte Begegnung berührt und verändert uns. Aber so selbstverständlich ist das gar nicht. Denn oft genug treffen wir im Alltag jemand, unterhalten uns vielleicht – und bleiben doch unberührt, kehren zu unseren eigenen Plänen zurück, als wäre nichts gewesen. Es gibt auch die anderen Treffen, bei denen wir spüren, dass in uns etwas geschieht: eine Bemerkung trifft oder freut uns, und wir gehen danach unseren Weg anders weiter als zuvor.

Die Bibel ist voller Geschichten, in denen Menschen Gott begegnen. Mose etwa wird am Dornbusch von Gott angesprochen. Weil er sich einlässt auf diese Begegnung, kann Gott sich offenbaren, und Mose wird zum großen Propheten, der Israel aus der ägyptischen Knechtschaft führt. Die Frau am Jakobsbrunnen, die von Jesus angesprochen wird  – sie lässt zuletzt ihr Schöpfgefäß stehen, läuft in das Dorf und erzählt von diesem Jesus.

Es fällt uns vermutlich nicht schwer zu glauben, dass eine Begegnung mit Gott bzw. Jesus Christus beeindruckt und verändert. Aber wie ist es in unserem ganz konkreten Alltag?


Sind wir nicht versucht zu glauben, unser Leben müsste nach unserem Plan verlaufen, und Begegnungen sollen diesen nach Möglichkeit nicht stören? Oder dürfen, ja sollen sie etwas Neues bringen, was vorher nicht da war, wovon wir vielleicht gar nichts wussten? Können wir uns vorstellen, dass sich in diesem Unerwarteten Gott zeigt?


Wenn es wahr ist, dass Gott uns im Alltag begegnet, dann verdienen diese alltäglichen Begegnungen unsere ganze Aufmerksamkeit. In ihnen geschieht Leben. Und dann geschieht es tatsächlich: Begegnung berührt und verändert, und unser Leben gewinnt neu Gestalt.

                                                                                              Veronika Jodlbauer