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Gott braucht eine Adresse.

Die Jesuitenkirche St. Michael in der Neuhauser Straße mitten in der Fußgängerzone von München soll eine gute Adresse sein. Durch Musik, Liturgie und nicht zuletzt als Raum der Stille kann unsere Kirche den Menschen eine Heimat, eine Oase oder ein Rastplatz auf ihrem Lebens- und Pilgerweg sein.

St. Michael wurde in ihrer Gründerzeit vor ca. 450 Jahren das deutsche Rom in München genannt. Die Kirche wurde als Kollegskirche des damaligen Jesuitenkollegs gegründet und ist bis heute eine der Citykirchen.





Verklärung und Bekehrung

Am zweiten Sonntag der Fastenzeit führen uns die Evangelien alljährlich auf den Berg Tabor. Zwar gibt es am 06. August ein gesondertes Fest der Verklärung des Herrn, aber diese Begebenheit hat zugleich ihren Ort in der vorösterlichen Bußzeit. Oft wird sie als eine Vorwegnahme der Auferstehung erklärt, aber lesen wir den Bericht von der Verklärung Jesu einmal in der Linie des Aschermittwochs, aus der Perspektive der anwesenden Jünger!

Bei der Auflegung der Asche kann als Begleitwort der Ruf Jesu verwendet werden, mit dem er sein öffentliches Wirken beginnt: „Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15) Auch auf dem Berg lernen die Jünger umzukehren: Auf Jesus, den geliebten Sohn, sollen sie hören, sagt die Stimme aus der Wolke – nicht auf so viele andere Stimmen, die sonst zu hören sind. „Steht auf, habt keine Angst“, so ermutigt der Herr die Jünger. Das ist eine Abkehr von den ewig eigenen Bedenken und eine Hinkehr zu dem Ruf, den Gott uns Menschen zumutet. Und schließlich verstehen sie, dass es der Sicht auf den lebendigen, verklärten Christus angemessener ist, keine Hütte zu bauen, sondern vom Berg wieder hinabzusteigen: Glaubt an das Evangelium, also daran, dass Christus nicht allein im Moment der strahlenden Auferstehung lebendig ist, sondern auch in eurer Alltäglichkeit und nicht zuletzt in den durchkreuzten Erfahrungen!

Das berühmte, im sechsten Jahrhundert geschaffene Verklärungsmosaik der Basilika Sant’Apollinare in Classe in der Stadt Ravenna zeigt bezeichnenderweise – anstelle des verklärten Herrn – ein Kreuz: Das ist auch ein – oder der? – Zugang zum Geheimnis
Gottes.

                                                                                     Johannes Stoffers SJ