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Das Göttliche als A & O

Foto: BoliviaInteligente (Unsplash)

Impuls Oktober 2026

Die Welt ist das „Wellende“: alles ist Schwingung, vom Makrokosmos der Gestirne bis zum atomaren Mikrokosmos überlagern sich Zyklen, die letztlich Multiplikationen eines einzigen Grundtons, - der „Eins“, des göttlichen Ursprungs. Zyklische Struktur prägt sowohl die sichtbare und materielle Welt wie auch die geistige und immaterielle Welt. Nach kosmischem Gesetz der Frequenz wird aus Wellenberg ein Wellental. Aus dem materiellen Leben führt der Tod als Eingang in die geistige immaterielle Welt… und von dort wieder erneut – mit jeder Geburt oder jedem Frühling - in neues Leben.

Das Orgelwerk COSMIC CIRCLE, am 4. Oktober vom Michaelsorganisten Peter Kofler gespielt, von ihm initiiert und ihm gewidmet, meditiert in diesem Sinne die spirituelle Mittelachse „Kind – Kreuz – Tod – Auferstehung“ der Basilika: Der kindliche Herrscher der Welt am Eingang; dann in der Mitte dann das ‚Giambologna-Kreuz“ mit Schmerz und Tod, dann der Hochaltar, der Auferstehung und Verklärung in neu gewonnener Geistigkeit beschreibt.

Die Orgel ist wie kein anderes Instrument geeignet, dieses zyklische Schwingen zwischen geistiger „himmlischer“ Welt und physisch-realer Materie nachzuzeichnen. Sie verbindet Diesseits und Jenseits.

Zum zyklischen Wesen der Welt gehört die archaische Erfahrung, dass „Einheit“ das Grundgesetz des Universums (lateinisch: ‚auf die Eins gerichtet‘) darstellt.

Gott ist alles, ist Alpha & Omega. Die scheinbaren Gegensätze Wellenberg-Wellental, Licht-Schatten oder Leben-Tod sind nur „Maya“, eine Illusion des bloß materiell verstehenden Menschen.

Wir erleben die Welt als Stückwerk aus anscheinend gegensätzlichen Einzelteilen und erkennen nicht mehr die göttliche „Eins“, aus der Alles kommt.  Diese Weisheit formulierte der Apostel Paulus in seinem 1. Korintherbrief mit so magischer Klarheit: „Unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören“. 

Dieses mystische Gefühl der Verbundenheit mit der Welt – auch „Liebe“ genannt - ist ein Zustand, in welchem Subjekt und Objekt sich verschwistern. Romain Rolland, der französische Mystiker und Pazifist hat die Erfahrung der Alleinheit als „ozeanisches Gefühl“ beschrieben, die Erfahrung des Ewigen und Unbegrenzten.

Vielleicht mögen Sie den Klang der Orgel mit ihren unbegrenzten, ewigen‘ Klangdauern erleben, in bewusster Verbundenheit mit der heiliger Architektur von Sankt Michael… Im schweigenden Lauschen – jenseits begrifflichem und rationalem Verstehen erschließt sich COSMIC CIRCLE am besten.

Enjott Schneider, Komponist

Die Komposition der 18. Orgelsymphonie „Cosmic Circle“ von Enjott Schneider wird beim Orgelherbst-Konzert am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 16 Uhr von Michaelsorganist Peter Kofler uraufgeführt.