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Folge dem Stern

Wo sah ich das Bild? Zufällig, irgendwo, so um diese Zeit, Weihnachten war grade vorbei: Dunkelblauer Nachthimmel über sanft geschwungenen Dünen einer Sandwüste, drei Kamele traben vor sich hin, eines schön nach dem anderen, auf ihren Rücken drei gut gekleidete Herren mit Kronen auf den Häuptern, in prächtige, wallende Mäntel gehüllt, leicht erkennbar als die heiligen drei Könige. Die Weisen, die Magier, die Sterndeuter aus dem Osten, so werden sie im Evangelium genannt. (Mt 2,1 ff)

Am Bildrand ganz links, in einiger Entfernung, schemenhaft, noch nicht eigentlich erkennbar, eine kleine, bescheidene Hütte mit einer Krippe drin, nur ahnen kannst du sie... Genau über der Hütte steht groß und leuchtend der Stern mit dem Schweif, leicht erkennbar als der Stern von Bethlehem. Fragt der vorausreitende König, den Kopf leicht rückwärts gewandt: „Was sagt das Navi?“ Kurze Pause, dann von hinten die Antwort: „Folge dem Stern!“

Folge dem Stern! Bleib auf dem Weg, auf den du dich gemacht hast. Folge der Sehnsucht, deiner inneren Stimme, deinem guten Gefühl. Vertraue dem Anfang, den du gewagt hast. Achte auf die Wegweiser, die dir eine Richtung anzeigen. Behalte im Ohr das Wort, das dich zum Aufbruch bewegte, das Wort, das dir sagte: Es gibt noch etwas anderes, es gibt mehr...
Es gibt Wahrheit und Freiheit, es gibt Schönheit, es gibt Glück, Ruhe, Frieden. Es gibt Gerechtigkeit und Solidarität und Versöhnung. Es gibt die große Gemeinschaft, und du gehörst dazu. Es gibt, wofür es sich lohnt, auf dem Weg zu sein und zu bleiben. Es gibt ein Ziel. Es gibt das Ziel, das deine Sehnsucht erfüllt. Es gibt, einbeschlossen im Kleinsten und in ihm ganz enthalten, und dennoch vom Größten nicht begrenzt, nicht eingrenzbar...

Es gibt, was du suchst. Es gibt die Liebe, die sich verschenkt, aus freiem Willen sich verschenkt, einfach so, wehrlos und unwiderstehlich, weil sie weiß, dass du nicht leben kannst ohne sie. 
Es gibt sie, die Liebe. Zu einem verzweifelten Vater, dem gerade seine kleine Tochter gestorben war, sagt Jesus: „Sei ohne Furcht; glaube nur!“ (Mk 5, 36) Und er gibt das Kind seinen Eltern und dem Leben zurück. – Was sagt das Navi? 

Folge dem Stern! Fürchte dich nicht! Glaube nur!

Ich wünsche Ihnen, wir alle in St. Michael wünschen Ihnen von Herzen, Gottes Segen im Neuen Jahr 2026.

P. Matthias Huber SJ