Geistlicher Impuls August 2026
Kommt mit an einem einsamen Ort und ruht euch ein wenig aus!
Die Jünger kommen zurück zu Jesus und berichten, was sie alles getan und alles gelehrt haben. Es war ein ständiges Kommen und Gehen von Menschen, sodass sie nicht einmal Zeit zu essen fanden (vgl. Mk 6,31).
Kommt Ihnen das bekannt vor? Das gab es damals schon: Anforderungen, Anfragen, Arbeit, die einem über den Kopf zu wachsen scheint. Auch das Gespür, wann es Zeit ist für eine Pause, geht verloren.
Jesus ist ein einfühlsamer „Chef“. Er sieht den Seinen an, dass sie müde und erschöpft sind. Wenn nicht einmal Zeit zum Essen ist! Er lädt sie ein, mit ihm an einen einsamen Ort zu gehen und auszuruhen.
Bei uns ist für viele der Sommer die Zeit für Ferien und Urlaub. Viele fahren an einen anderen Ort, um Abstand zu bekommen vom üblichen Alltag.Anderswo ist es oft leichter auszuruhen, zur Ruhe zu kommen, sich einzugestehen, dass ich jetzt nichts muss. Dass ich das tun darf, was mir guttut. Mich auf eine Bank setzen und einfach in die Landschaft schauen; mich auf eine Schaukel setzen wie früher als Kind; warten, bis sich die Unruhe legt, die Gedanken aufhören zu kreisen; Langeweile aushalten, bis es sich gut anfühlt, eine Weile nichts zu müssen…
Dann werden die Augen wieder empfänglich für das Schöne um mich herum: das Brausen des Meeres, die hohen Berge, die Weite einer Landschaft, Bäume und bunte Blumen, Sonnenaufgänge, Vogelgezwitscher… All das ist eine Einladung, dem Schöpfer auf die Spur zu kommen. Freude und Dankbarkeit kann aufsteigen.
Wenn Sorgen und Fragen auftauchen, darf ich sie mit einem „Ach“ dem Herrn hinseufzen. Wenn es doch er ist, der sagt: Komm mit mir an einen einsamen Ort und ruh dich aus. Wenn er doch mit ist.
Ich sitze unter Gottes Himmel und darf mich freuen, in seiner Gegenwart zu leben. Ganz im Jetzt sein, ausruhen, genießen. Irgendwann wird der Alltag wieder in den Sinn kommen, und ich kann hoffentlich mit neuer Kraft darauf zugehen.
Auch im Schrifttext dauert es nicht lange, bis Jesus den Hunger der Menschen sieht und zu seinen Aposteln sagt: Gebt ihr ihnen zu essen. Gebt von dem, was ihr habt: Zeit, Geduld, Aufmerksamkeit, Mitleid, Zuwendung, Verständnis, auch Materielles. Gebt von dem, was ihr empfangen habt. Eure fünf Brote und zwei Fische. Und vertraut mir. Es wird genug da sein für alle.
Inge Höpfl