„Auf seinen Namen werden die Völker hoffen.“ (Mt 12,20)
Karfreitag: Kreuzweg der Völker startet in St. Michael
Am Karfreitag, 18. April, werden wieder Tausende Gläubige aus mehr als 20 Sprach- und Volksgruppen die traditionelle Karfreitagsprozession „Kreuzweg der Völker“ in der Münchner Innenstadt begehen und entlang der 14 Kreuzwegstationen des Leidensweges Jesu gedenken.
In diesem Jahr nimmt die Prozession unter dem aus dem Matthäusevangelium stammenden Leitwort „Auf seinen Namen werden die Völker hoffen“ besonders die Bitte für Menschen, die unter Krieg und Terror leiden und die Bitte um einen gerechten Frieden in den Blick. Nach der Eröffnung um 10 Uhr in der Jesuitenkirche St. Michael (Neuhauser Straße 6) mit Segnung der Kreuze für die Teilnehmenden zieht die Prozession durch die Neuhauser und die Kaufingerstraße zum Marienplatz, wo eine Andacht den Kreuzweg abschließt.
Die Stationen auf dem Prozessionsweg werden von Gemeinden verschiedener Muttersprachen gestaltet. Generalvikar Christoph Klingan, auch zuständig für die Seelsorgsregion München, eröffnet den Kreuzweg und leitet die Prozession, an der auch Bischof Bohdan Dzyurakh, der Apostolische Exarch der Ukrainischen Katholischen Kirche des byzantinischen Ritus‘ in Deutschland und Skandinavien, mitwirkt. Zum Abschluss am Marienplatz wird Kardinal Reinhard Marx hinzukommen und wie auch Bischof Bohdan Dzyurakh Grußworte sprechen. Anschließend werden beide Bischöfe gemeinsam den Segen erteilen. Dem ökumenischen Gedanken folgend, sind auch Vertretende anderer Kirchen und Riten zu der Kreuzwegandacht eingeladen.
Im Jahr 1997 wurde die 1803 durch die Säkularisation untersagte Kreuzwegsprozession in der Münchner Innenstadt durch den verstorbenen Weihbischof Engelbert Siebler und Dr. Johannes Modesto wiederbelebt. Ihre Inspiration fanden sie in den Traditionen italienischer und spanischer Katholik:innen, die sich in München niedergelassen hatten und die kirchliche Praxis großer Karfreitagsprozessionen aus ihren Heimatländern kannten. So wurde die Idee eines Kreuzwegs der Völker geboren, der seither jährlich von den muttersprachlichen katholischen Gemeinden gestaltet wird.