Foto: Walter Glück
Für mich ist es jedes Mal ein besonderer Moment, wenn ich jemandem ganz persönlich den Segen und die Verheißung Gottes zusprechen darf, als von Gott Gesegneter selbst zum Segen für andere zu werden. Oft spüre ich, dass es für die jeweilige Person, die mir gegenübersteht und den Segen empfängt, ebenfalls ein ganz berührender Moment ist.
In St. Michael haben Gottesdienste, die mit der Einladung zu einem persönlichen Segen enden, eine lange Tradition. Am Ende des monatlichen Krankengottesdienstes laden wir jeden dritten Mittwoch Kranke, Pflegende oder Angehörige zum Empfang eines individuellen Segens ein. Jeden zweiten Mittwoch im Monat gab es seit einigen Jahren das Angebot des Abrahamsegens für Menschen in Übergangssituationen.
Wir werden dieses Angebot verändern und am ersten Sonntag im Monat jeweils am Ende der Abendmesse um 18 Uhr dazu einladen, weil wir uns wünschen, dass das Angebot so mehr Menschen erreicht, die mit ganz unterschiedlichen Anliegen und mit allen Zumutungen des Lebens diesen Segen Gottes erbitten für sich und für ihre Lebenssituation, allein oder als Paar.
„Eine solche Bitte ist Ausdruck der Dankbarkeit für ihre Liebe und Ausdruck des Wunsches, diese Liebe aus dem Glauben zu gestalten“, heißt es in der Handreichung zu Segensfeiern von Bischofskonferenz und Zentralkomitee, die unser Erzbischof uns Seelsorgern empfohlen hat. Er wünscht, dass alle Paare, die sich lieben und für ihre Partnerschaft von der Kirche einen Segen erbitten, in diesem Segen die Zuwendung Gottes spüren.
Ein Segen ist Zeichen und Zusage der Zuwendung Gottes. Die Kirche kann ihn nicht „machen“, er ist für niemanden „verfügbar“, und man kann sich auch nicht selbst segnen. Ein ganzes Team von mir beauftragten Personen wird am Ende des Gottesdienstes den Einzelsegen mit einer Geste und mit Worten zuzusprechen. Wer stellvertretend den Segen Gottes zuspricht, tut dies, ohne zu bewerten oder zu beurteilen. „ICHwerde dich segnen, und ein Segen sollst du sein“ (vgl. Gen 12,2). Das gilt für uns alle: Mögen wir einander zum Segen werden!
P. Martin Stark SJ